Vögeltränke im Winter

Warum ist auch im Winter Wasser wichtig?

(von Susanne Albinger)

Alle Vogelarten brauchen zusätzlich zum Futter auch Flüssigkeit. Insektenfresser beziehen einen Teil der benötigten Feuchtigkeit aus ihrer Nahrung. Samenfresser hingegen müssen mindestens zweimal am Tag trinken. Und die Vögel, die bei uns überwintern, ernähren sich natürlich primär von Körnern.

Und warum müssen Vögel auch im Winter baden? Das Wasser löst den Staub aus dem Gefieder und erleichtert die Pflege. Das Einfetten der Federn dient zur Imprägnierung und hilft dabei, kleine Luftpolster unter den Federn zu sammeln, die der Kälteisolierung dienen. Da gut gepflegte Federn wasserfest sind, muss man auch keine Angst haben, dass unsere kleinen Freunde nach einem Bad einfrieren 😉

Angesichts der Schneemassen, die in diesem Winter einige Landesteile heimgesucht haben, würde man nicht glauben, dass für die Vögel Wassermangel herrscht. Dadurch, dass die meisten Flächen mit einer Eisschicht bedeckt sind, müssen sie aber längere Strecken auf der Suche nach Wasser zurücklegen. Das kostet zusätzliche Energie, was besonders im Winter über Leben und Tod entscheiden kann.

Schnee kann zwar auch zur Gefiederpflege oder zur Feuchtigkeitsaufnahme verwendet werden, ist aber in den Städten und Dörfern sehr oft durch die Streusalze verunreinigt. D.h. ein Bad im Schnee kann durch die Chemikalien sogar den Schutzmantel des Gefieders schädigen. Außerdem fehlen im Schnee wichtige Mineralien und Elektrolyte, die sonst im Wasser enthalten sind.

Eisfrei auch in der kalten Jahreszeit

Wie schafft man es aber, dass die Vogeltränken bei Minusgraden nicht einfrieren?

Eine simple Methode, die aber mit etwas Aufwand verbunden ist, wäre das regelmäßige Nachfüllen von warmem Wasser.

Wenn dein Vogelbad etwas größer ist, dann hilft auch ein kleiner, leichter Ball, der vom Wind bewegt wird und so die Fläche eisfrei hält.

Du kannst dir aber auch mit einfachen Mitteln eine beheizbare Vogeltränke selber basteln. Dazu brauchst du folgendes:

  • Einen runden Pflanzstein aus Beton oder einen großen Blumentopf, ein größerer Eimer, den du unten mit Sand befüllst, geht aus.
  • Einen alten Teller, flache Schüssel oder Emailleschale als Vogelbad (zur Not geht auch eine alte Bratpfanne). Wichtig ist, dass die Schale leicht zu reinigen ist und auf den Pflanzstein oder den Blumentopf passt.
  • Ein Grablicht mit möglichst langer Brenndauer, alternativ kannst du auch eine normale Kerze verwenden, die du in ein Glas stellst.

Achte darauf, dass der Pflanzstein oder der Blumentopf einen festen Stand auf einem nicht brennbaren Untergrund hat. Nun kommt die Kerze rein und die Schale mit Wasser obendrauf. Je nach Größe kann es sein, dass du zwischen dem Pflanzstein und der Schale ein paar Abstandhalter einsetzen musst (kleine Hölzchen, Steine oder sonstiges), damit die Kerzenflamme genug Luft bekommt.

Generell sollte eine Vogeltränke immer so aufgestellt werden, dass rundherum genug Platz ist, um eventuelle Feinde frühzeitig zu erkennen. Falls Katzen in der Nähe sind, muss das Bad an einer Stelle stehen, die für Katzen unerreichbar ist. Ein kleiner Stein in der Mitte als Abflughilfe sollte ebenfalls vorhanden sein.

Und natürlich ist eine regelmäßige Reinigung – am Besten täglich – mit heißem Wasser und Bürste unerlässlich, um zu verhindern, dass sich Krankheiten verbreiten. Zum Desinfizieren kannst du die Schale am Schluss noch mit verdünntem Essig auswischen. Bitte keine Chemikalien oder gar Frostschutzmittel verwenden!

Nun steht einem unbeschwerten Bad deiner kleinen Lieblinge auch in der kalten Jahreszeit nichts mehr im Wege 😊.

Übrigens: wusstest du, dass die meisten Vögel trinken, indem sie ihren Schnabel mit Wasser füllen und dann den Kopf nach hinten legen; Tauben aber den Schnabel ins Wasser tauchen und „in Zügen“ wie wir Menschen trinken können?

Vögeltränke im Winter

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